Mitropa-Rally-Cup "Einsam in Italien ? ‐ Niemals !"

 

Die 31° Rally Casentino stand zum ersten Mal im MitropaRallyCupKalender und wurde über knapp 150 sehr anspruchsvolle Asphaltkilometer durch die schöne Berglandschaft in der Toscana ausgetragen. Dafür hatte sich die, meist sehr lange Anreise der 14 Mitropa-Cup-Teams nach Bibbiena wirklich gelohnt.

Das erste Highlights gab es am Donnerstagabend: Am Ende des Besichtigungstages waren alle Mitropa Cup Teilnehmer samt deren Service-Crew in den alten Stadtteil von Bibbiena eingeladen. Dort hatte die Suderia Etruria (Veranstaltender Club) auf dem Marktplatz kulinarische Köstlichkeiten der Toscana vorbereitet und die berühmten Fahnenschwinger sorgten mit ihrem Auftritt für staunende Gesichter.

 

Programmgemäß stand am nächsten Tag die Dokumenten- sowie die technische Abnahme in Stia auf dem Plan. Auch hier war Noberto Droandi mit einer von ihm engagierten Dolmetscherin vor Ort und verhalf damit allen zu einem reibungslosen Ablauf. Am Abend folgte dann ab 21.00 Uhr die Präsentation der 147 !!! Teams mit ihren Fahrzeugen, die bis spät in der Nacht über die Rampe fuhren. Für Piloten, Fans und Zuschauer glich die Altstadt von Bibbiena bis weit nach Mitternacht einem riesigen Volksfest, denn auch die historischen Fahrzeuge ab den 200er Startnummern wurden noch jubelnd von einer begeisterten Menge empfangen.

 

Der sportliche Teil begann am nächsten Tag um 10.30 Uhr, als das erste Fahrzeug nach Chiusi della Verna fuhr, um die ersten 20 Kilometer Wertungsprüfung (WP) zu absolvieren. Hermann Gaßner (Surheim) und Karin Thannhäuser (Ufering) hatten die ungewöhnlich hohe Startnummer 39 an ihrem Mitsubishi Evo X, waren aber die ersten Teilnehmer vom Mitropa Rally Cup, während Wolfram und Gabriele Thull (Porsche 911) mit der historischen Nummer 203 den Abschluss des Mitropa Cup-Starterfeldes bildeten.

 

Nach den ersten drei Prüfungen, knapp 40 WP-Kilometer lagen nun hinter den Teams, folgte die erste Zwangspause. Den Teilnehmern wurden hier Imbiss und Getränke angeboten, wovon alle reichlich Gebrauch machten. Im Anschluss folgte der „Besuch“ im Servicepark. Hier trat wiederum das große Engagement von Noberto Droandi in Erscheinung: Alle Mitropa Cup Teams standen Zelt an Zelt zusammen, um sich auszutauschen und auch im Notfall helfen zu können. Das Team um Noberto Droandi versorgte alle Fahrer und Mechaniker mit typisch italienischen Essen und entsprechenden Getränken. Die familiäre Atmosphäre lag spürbar deutlich über diesem Platz.

 

Danach führte die Route nach Talla und Dama wo die nächsten 23 km – und 20 km-langen Wertungsprüfungen zu absolvieren waren. Hier mussten die ersten „Familien-Mitglieder“ ihre Chancen auf eine gute Platzierung aufgeben. Carlo Fonasiero und seine Beifahrerin hatten Probleme mit der Motorelektronik an ihrem Renault Clio R3C. Das slowenische Damenteam Asja Zupanc und Blanka Kacin beendeten ihren guten Auftritt am Ende der vierten Prüfung nach einem Mauer-Kontakt. Andere Teams kamen glimpflicher davon, hatten aber auch ihre AHA-Erlebnisse: Noberto Droandi und Christina Issua büßten viel Zeit durch einen Reifenschaden ein, Bernd Zanon konnte nur mit einer akrobatischen Einlage eine schlimmere Kollision mit einem liegengebliebenen Fahrzeug verhindern. Die Mechaniker mussten danach „nur“ einige Blechteile wieder gerade biegen. Renato Novello rutschte auf der Prüfung die Halbachse an seinem Ford Escort aus dem Getriebe. Unglaublich, was der Italiener dann vollbrachte: Er blieb stehen, suchte sich im Wald einen geeigneten Ast und schaffte es, damit die Achse wieder einzufädeln. Zwei Reifenschäden konnten ihn auch nicht aufhalten. So kam er, wenn auch als Schlusslicht in’s Ziel. Der Einsatz wurde belohnt: Mit den ergatterten Punkten kletterte er vom sechsten auf den dritten Tabellenplatz in der laufenden Meisterschaft.

 

Leonardo Magonara musste seinen Renault Clio in WP sechs mit technischen Problemen abstellen, ebenso wie das deutsche Gespann Anton Werner/Ralph Edelmann: Auf Platz zwei liegend, quittierte das Getriebe im historischen Audi hatte seinen Dienst.

 

Wie schnell man in einem historischen Auto sein kann, zeigte der einheimische Pilot M. Bertelli. Mit seinem Opel Ascona 400 fuhr er auf der fünften Prüfung die 46. Gesamtzeit ! Danach wurde er auf der Verbindungsetappe unverschuldet in einen Unfall verwickelt und schied aus. Wolfram und Gabriele Thull hatten mit einem dritten Platz spekuliert und fanden sich nun an der Spitze der historischen Teilnehmer! Die „gut abgelagerten“ Reifen fanden reichlich Grip auf dem italienischen Asphalt und mit der Zielankunft haben sich die deutschen Porsche-Piloten verdient die Führung im Mitropa Rally Historic Cup erobert. „Zum ersten Mal in unserer langjährigen Rallyelaufbahn haben wir die vielen ausharrenden Zuschauer als letztes Fahrzeug im Starterfeld mit unserem Sechs-Zylinder-Boxer-Sound belohnt. Das hatte auch einen Vorteil: Eine halbe Stunde nach unserer Zieleinfahrt, also nach einem wohlverdienten Bier, konnten wir unser Auto aus dem Parc Fermé gleich mitnehmen“ so O-Ton Gabriele Thull.

 

Peter Schauberger und Hannes Blazek kamen mit der Startnummer 141 nicht wesentlich früher über die Zielrampe. Aufgrund mangelnder Bremsleistung an ihrem Suzuki Swift waren die beiden Österreicher doch sehr erleichtert, überhaupt die schwaz-weiß-karierte Flagge zu sehen. „Uns ist aufgefallen, dass auch das unauffälligste Auto über ein sequenzielles Getriebe verfügt, da waren wir technisch natürlich weit unterlegen. Aber der olympische Gedanke trug uns“ schwärmte Peter Schauberger sichtlich erleichtert. „Obwohl Mitternacht schon vorbei war, wurden wir noch von so unglaublich vielen Menschen empfangen. Das ist ein tolles Gefühl und wir waren uns sicher, dass man als Motorsportler in Italien nie einsam sein kann! Wir haben viele neue Freunde gefunden“ Dieses Erlebnis blieb Pechvogel Flavio Manzelli, der auf der letzten Prüfung mit Motorschaden ausfiel verwehrt.

 

Bei den anderen „modernen“ Fahrzeugen konnten sich acht Teams weitere Punkte auf ihrem „Mitropa-Rally-Cup-Konto“ gutschreiben lassen. Den größten Sprung nach vorn machte der junge Tscheche David Stavjanik. Mit seinem Citroen C2R2 Maxi wurde er mit seinem Beifahrer Ales Petrvalsky Dritter in der Mitropa Cup Wertung und „katapultierte“ sich förmlich von Platz 20 auf den neunten Rang !

 

Bernd Zanon konnte mit seinem Peugeot fast alle Bestzeiten in seiner Klasse für sich entscheiden und damit die Trophäen für die Siege in der Klasse und Division sowie den zweiten Platz in der Mitropa Cup Wertung in Empfang nehmen.

 

Der Sieg ging wiederum an Hermann Gaßner und Karin Thannhäuser. In einem spannenden Fight mit den italienischen Lokalmatadoren und Mitsubishi-Kollegen Fiorese und Tabarelli konnten Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser zwei Klassen-Bestzeiten setzen und die Führung übernehmen. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Auf der traditionellen, finalen Abschlussprüfung „Talla“, 34,44 km lang und in der Dunkelheit zu fahren, konnten die amtierenden Mitropa Cup Champions den einheimischen Piloten Fiorese mit seinen Streckenkenntnissen nicht halten. „Dennoch sind wir sehr zufrieden“ strahlte Hermann Gaßner zu später Stunde auf der Zielrampe „Wir sind im Ziel, haben die Wertung im Mitropa Cup gewonnen und sind Zweite in unserer Division. Unser Auto lief perfekt und ohne Probleme. Die Rallye war unglaublich gut organisiert und die Wertungsprüfungen sind einfach genial. Die Atmosphäre hier ist sensationell.

 

Die 31° Rally Casentino fand mit der Siegerehrung am Sonntagvormittag auf dem „Castello dei Conti Guidi “ in Poppi einen würdigen Abschluss.

 

Alle Mitropa Cup Teilnehmer sind grenzenlos begeistert und waren voll des Lobes: „Das hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Wir würden uns freuen, wenn diese Veranstaltung fester Bestandteil des Mitropa Rally Cup Kalenders wird. Wir danken Noberto Droandi und seinem Team für die erwiesene Unterstützung und möchten gern wieder kommen!“ (kartha)

 

Infos, Bilder und aktueller Tabellenstand unter www.mitropa-rally-cup.de

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Kommentare: 1
  • #1

    Rolland (Sonntag, 22 Juli 2012 02:46)

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